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Warum Therapie für Kinder und Jugendliche?

In verschiedenen psychologischen und soziologischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass jeder Mensch bis zum Eintritt in das Erwachsenenalter 12 bis 15 emotional sehr belastende Stresssituationen durchlebt. Hierzu gehören:

  • längerer Klinikaufenthalt in den ersten Lebensjahren
  • längerer Klinikaufenthalt eines Elternteiles
  • Tod eines nahen Verwandten
  • Trennung/Scheidung
  • Geburt eines Geschwisterkindes
  • Krankheit der Eltern
  • Alkoholismus
  • Gewalterfahrungen
  • Plötzliche oder lang anhaltende Arbeitslosigkeit
  • Tod eines Haustieres
  • Umzug der besten Freundin
  • Eigener Umzug / Schulwechsel


Grundsätzlich ist die Psyche des Menschen so ausgestattet, dass wir Krisensituationen bewältigen können oder das Bewältigen lernen. Es gibt jedoch Lebenssituationen und individuelle Besonderheiten, die die „Selbstheilung“ erschweren oder behindern.

Kinder zeigen dann Warnsignale und Hilferufe in Form von auffälligem Verhalten, Rückzug vom sozialen Leben, Krankheiten, vermehrt Unfälle, Schulversagen, Essstörungen.

In diesen Zeiten ist es hilfreich, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Therapie hilft, leichter mit schwierigen Phasen im Leben fertig zu werden und „Kindern die Unterstützung zu geben, die sie brauchen, um ihre private oder öffentliche Welt zu meistern“
(Oaklander; Gestalttherapie mit Kindern und Jugendlichen, Klett Verlag)

 

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Wie funktioniert Gestalttherapie mit Kindern und Jugendlichen?

Gestalttherapie ist ein tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren, dessen Ursprünge bis zu den analytischen Forschungen Freuds zurückgehen.

In der Gestaltkindertherapie arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen, deren Eltern und Bezugspersonen jeglichen Alters. Wir erarbeiten Ziele, die wir in einem „Arbeitsbündnis“ gemeinsam erreichen wollen, Verhaltensänderungen, die für alle gemeinsam wünschenswert erscheinen, Anknüpfungspunkte, wie wir das „Glück“ wieder neu in das Leben einladen können.

Um aufzudecken, was hindert und auszudrücken, was „kummert“, verwende ich vielfältige kreative Medien:

  • Arbeit mit Ton
  • Spiel mit Handpuppen
  • Ausdruck im Zeichnen und Malen
  • Freies Spiel mit vielen Identifikationsmöglichkeiten
  • Geschichten und Märchen die heilen

Im Spiel und Handeln, Erzählen und Bewegen setzen sich die unbewussten kreativen Kräfte frei, die wir bewusst zur Konfliktlösung einsetzen können. 

 

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Wie bekomme ich einen Therapieplatz?

In den meisten Fällen wenden sich die Eltern aus eigener Sorge, auf Anraten des Kinderarztes oder Hinweise der Lehrer an mich. Die Jugendlichen melden sich häufig selbst an.

Im Vorgespräch, das je nach Alter des Kindes mit der gesamten Familie oder dem Klienten allein geführt wird, klären wir das Anliegen und die bisherigen Lösungsversuche.

In den ersten 5 Einzelstunden können Eltern, Kinder und auch ich prüfen, ob eine Vertrauensbasis für die weitere Arbeit herstellbar ist, mein Therapieangebot zum Bedürfnis des Kindes passt und ob eine Therapiebedürftigkeit im Sinne einer Kostenübernahme durch eine Krankenkasse vorliegt.

Im Anschluss an diese 5 Stunden wird ein Antrag auf Kurzzeittherapie (25 Stunden) oder Langzeittherapie (50 Stunden) bei der jeweiligen Krankasse gestellt. Der Therapeut muss ein Gutachten erstellen, die Eltern füllen einen Antrag aus und das Kind muss vom Kinderarzt dahingehend bescheinigt bekommen, dass keine organischen Ursachen vorliegen, die eine Psychotherapie behindern oder ausschließen.